Massive Kritik an den Windenergie-Ausbauplänen der Bezirksregierung Detmold(VK-NRW) Nachdem
in den letzten Tagen und Wochen die Kreise und Kommunen über den
Entwurf der Bezirksregierung Detmold zum Windenergieausbau in OWL
informiert worden sind, fand heute in Detmold ein Workshop mit
Vertretern unterschiedlichster Verbände statt, zu dem auch Vernunftkraft
NRW als Sprachrohr der Bürgerinitiativen, Landesverband für
Verbraucherschutz- und Naturschutz eingeladen war.
„Das
Ergebnis der Präsentation der Bezirksregierung toppt unsere schlimmsten
Befürchtungen“, so Volker Tschischke aus Borchen-Etteln, Vorsitzender
des Landesbündnisses. „Das was uns dort vorgestellt wurde hat mit der
von den Landespolitikern und der Landesregierung angekündigten fairen
Verteilung der Windenenergienutzung in Ostwestfalen-Lippe nichts zu
tun“.
Fakt
ist, dass der aktuelle Planungsstand eine erhebliche Mehrbelastung der
Kreise Paderborn und Höxter - zusammen rd. 14.000 ha, somit allein schon
rund 25 % der für ganz NRW vorgesehenen Fläche! - vorsieht, wogegen die
anderen Kreise im Regierungsbezirk kaum oder gar nicht belastet werden.
„Besonders fatal ist der Umstand, dass bestehende Windvorrangzonen der
Kommunen zum Teil nicht in die Planung einbezogen werden und auch nicht
auf das jeweilige Ausbauziel eingerechnet werden. Die Folge ist eine
zusätzliche Ausweisung von Flächen, die von der Bezirksregierung
festgelegt werden. Die kommunale Planungshoheit gibt es ja beim
Windausbau nicht mehr.“
Besonders
betroffen im Kreis Paderborn ist die Stadt Lichtenau, die
Windhauptstadt unseres Bundeslandes NRW. Sie soll nun allein 2.120 ha an
Acker- und Grünlandflächen für den Windenergieausbau dazu steuern. Als
Dankeschön für die selbsternannte Energiehauptstadt werden auch hier
bestehende FNP-Flächen zum Teil nicht einbezogen, dafür kommen an
anderer Stelle erhebliche Flächen dazu. Der Ort Lichtenau selbst wird
regelrecht eingekesselt.
Ähnlich
verheerend wirkt sich dieses auf die benachbarten Kommunen Altenbeken,
Borchen und Bad Wünnenberg aus. Neben einer massiven Zusatzbelastung der
Bevölkerung in den betroffenen Ortsteilen nimmt man den Kommunen an
dieser Stelle auch jedwede Entwicklungsmöglichkeiten. Die Lebensqualität
in den Orten wird dramatisch verlieren.
Die
heimischen Landtagsabgeordneten haben immer wieder auf eine faire
Verteilung der Ausbaulast verwiesen und sprachen von einem
geographischen Deckel. Keine Kommune soll überbelastet werden. „Das
Gegenteil ist der Fall, wir wurden belogen,“ so Volker Tschischke,“ und
werden nun als die Nr. 1 im bundesdeutschen Binnenland noch bestraft.
Paderborn ist sowieso schon ein Synonym dafür, wie man es nicht machen
sollte. Nun wird es noch bedrückender.“
Vernunftkraft
NRW e.V. rechnet zudem mit einer steigenden Krankenquote durch den
weiteren Ausbau mit Windenergieanlagen im Kreis. „Allein in Etteln soll
die Quote schon jetzt über 1% liegen, das NRW Gesundheitsministerium
wurde eingeschaltet“, so der Landesvorsitzende, der persönlich selbst
betroffen ist,“ Die Landespolitik und die Bezirksregierung macht sich
keine Gedanken darüber, was sie uns hier antut.“
Bereits
am 11.12.2023 soll der Regionalrat dem Planungsentwurf zustimmen,
danach kann in den ausgewiesenen Gebieten sofort gebaut bzw. neue
Anlagen beantragt werden.
„Unser
Verein hat heute bei der Bezirksregierung massive Kritik an dieser
Fehlplanung geäußert“, so Volker Tschischke, “der Bevölkerung muss
schleunigst klar gemacht werden, was hier passieren soll. Die Zeit
drängt und die heimische Politik muß alles menschenmögliche unternehmen,
diese menschenverachtende Planung zu stoppen.“
Vernunftkraft
NRW e.V. will zeitnah zu einer Bürgerversammlung einladen und über die
Auswirkungen der Planung auf die betroffenen Gemeinden im Kreisgebiet
informieren.
Vernunftkraft - NRW