Freitag, 22. Januar 2021

Mittwoch, 13. Januar 2021

Scharfe Kritik am neuen Gesetzentwurf zur Windkraft

 Landesverband Erneuerbare Energien greift CDU-Landtagsabgeordnete aus Kreis Paderborn an

Paderborn (WB/mba) - von WESTFALEN-BLATT 7.1.2021

In einem offenen Brief übt der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) scharfe Kritik am neuen Gesetzentwurf der NRW-Landesregierung zum Ausbau der Windkraft. Wie berichtet, sieht der Entwurf vor, dass Windräder in NRW künftig einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung ­haben sollen, wenn dort zehn und mehr Wohnhäuser zusammenstehen.

Sollte der Gesetzesentwurf umgesetzt werden, könnten nach Einschätzung des Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) im Hochstift bald weitere Windkraftanlagen entstehen.

Insbesondere werden die drei heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Bernhard Hoppe-Biermeyer, Daniel Sieveke und Matthias Goeken in dem offenen Brief angegriffen, weil sie zu Weihnachten eine „unfrohe Botschaft“ verkündet hätten. Nach Angaben des Windkraft-Lobbyverbandes sei die vom Land vorgesehene Abstandsregelung zu Windenergieanlagen eine „neue Schikane gegen den Ausbau der Windenergie in NRW“. Die geplante Abstandsregelung von 1000 Metern zur Wohnbebauung trage dazu bei, „den Ausbau der Windenergie und damit die Energiewende in einigen Regionen von NRW“ auszubremsen. Diese Gefahr sei umso größer, wenn die Abstandsregelung sogar für Kleinsiedlungen mit zehn Häusern gelten solle, schreibt der LEE, der in dem Brief unter anderem auf das Ergebnis einer eigenen repräsentativen Umfrage verweist. Demnach gebe es auch in Gebieten mit bereits hoher Windenergiedichte eine hohe Akzeptanz für die Windkraftnutzung. Viele Bürger im Kreis Paderborn seien stolz darauf, bei der Windstromerzeugung an der Spitze in NRW zu stehen und in der bislang einzigen „100-Prozent-Region“ des Landes zu leben, schreibt der LEE.

Ein Forschungsprojekt der Universität Halle-Wittenberg komme zudem zu dem Ergebnis, dass für die Akzeptanz von Windrädern Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger „und unmittelbare finanzielle Vorteile vor Ort“ entscheidend seien – und nicht der größtmögliche Abstand. Goeken, Hoppe-Biermeyer und Sieveke bewegten sich mit „ihrer Positionierung zur Windenergie also außerhalb einer wissenschaftlich seriösen Diskussion und handeln gegen die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger“. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) werfen die Briefunterzeichner Jürgen Wrona, Kerstin Haarmann und Daniel Saage (alle Kreis Paderborn) vor, Zugeständnisse an Hardliner in ihrer Fraktion und an „Anti-Windkraft-Ideologen in der Landesregierung“ gemacht zu haben.

Für das Hochstift könnten die neuen Pläne sogar noch mehr Windkraftanlagen bedeuten, schreibt der LEE. Wenn NRW die Ausbauziele der Windkraft erreichen wolle, werde der Druck auf ländliche Räume ohne Streubesiedlung wie die Kreise Höxter und Paderborn „noch zunehmen“.

Hier der Artikel des Westfalenblatt 

Dazu ein Leserbrief eines betroffenen Bürgers (WV- 31.1.2021)

Sehr geehrte Kerstin Haarmann, Daniel Saage und Jürgen Wrona, worüber regen Sie sich eigentlich auf? Es gibt keine Anti-Windkraft-Ideologen, die gegen die Windkraft im Allgemeinen und gegen jedes einzelne Windrad sind. Aber es gibt durchaus in ihrer Lebensqualität und Gesundheit geschädigte Bürger, denen man einen Windpark fast in den Garten gebaut hat. Diese sind natürlich in der Minderheit, das stimmt, jedoch sind es trotzdem nicht wenige. Ja genau, diese Menschen sind ebenfalls „Hardliner“, und zwar in Bezug auf das Leben in Ihren Häusern und Gärten unter dem Einfluss der Windparks.

Sie selbst haben sicherlich kein Windrad in 1000m oder weniger Entfernung von Ihrem eigenen Wohnhaus, stattdessen regen Sie sich evtl. über den bellenden Hund Ihres Nachbarn auf. Damit gehören Sie zu der Mehrheit, die nicht betroffen ist und schweigt oder sogar „stolz darauf ist, bei der Windstromerzeugung an der Spitze in NRW zu stehen“. Nun, wir wissen ja, wer diese „repräsentative“ Umfrage aus 08/2020 in Auftrag gegeben hat, bei der nur 1.000 zufällig ausgewählte Personen aus den 14,2 Mio. Wahlberechtigen (also 0,007%) in ganz NRW telefonisch befragt wurden, also zum größten Teil solche, die von der Nähe zur Windkraft überhaupt nicht betroffen sind.

Kein Mensch hat es gern, wenn er permanent seiner Ruhe beraubt wird! Ist das eigentlich so schwer zu verstehen? Will das nicht in Ihre Köpfe? Sie machen den Menschen „dieser Minderheit“ ihr Leben schwer mit einer Windkraft, die zu nahe am Wohnhaus liegt. Und dann wundern und beschweren Sie sich noch über deren Protest und stellen genau diese Menschen an den Pranger, Verhinderer der Energiewende zu sein. Verkehrte Welt!

Welche Motivation treibt Sie eigentlich, den Gesetzesentwurf aus NRW in dieser Schärfe zu kritisieren? Ist es wirklich die Sorge, dass die Energiewende in NRW ausgebremst wird? Diese Sorge ist nicht berechtigt, hat das Land doch geprüft, ob die Ausbauziele bei der Windenergie in NRW auch mit dem 1000-Meter-Abstand eingehalten werden können. Oder ist es eher die Sorge darum, dass die Gewinnkurve der Windenergieerzeuger einen leichten Knick nehmen könnte? Wenden Sie sich mit Ihrer Kritik doch zuerst einmal an das Land Bayern, wo der gesetzliche Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung das 10-fache der Höhe eines Windrad beträgt, das sind heutzutage 2.000 – 2.500m.

Ich jedenfalls danke Ministerin Scharrenbach und den Abgeordneten für diesen Gesetzesentwurf und hoffe, dass er genau so verabschiedet wird. So kann man Akzeptanz erzeugen, nicht durch „unmittelbare finanzielle Vorteile vor Ort“!

Ralf-Peter Fietz
Ortsheimatpfleger von Marienloh

Red.:
Zum LEE: https://www.lee-nrw.de/ueber-uns/

Vorstand: https://www.lee-nrw.de/vorstand/
Wir sind die Energiewende-Macher in Nordrhein-Westfalen. Wir stehen für den landesweiten Ausbau aller Formen regenerativer Energien. Von Wind-, Solar- und Bioenergie über Wasserkraft bis hin zu Geothermie: Gemeinsam bilden wir die starke Stimme der Erneuerbaren Energien in NRW. Wir sind kleine und große Unternehmen, Vereine und Initiativen und auch engagierte Bürger: Uns alle verbindet unser konsequenter Einsatz für eine erfolgreiche Energiewende: Wir sind der LEE NRW.


Dienstag, 12. Januar 2021

Großflächiger Stromausfall in Blomberg

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In Blomberg gab es in der vergangenen Nacht (11.01. + 12.01.2021) einen ordentlichen Stromausfall. Weil es einen Fehler im Haupt-Umspannwerk gab, war fast ganz Blomberg betroffen.

Nach ein paar Minuten sei der Strom in zwei Dritteln der Haushalte aber schon wieder da gewesen. Nach einer Stunde funktionierten Steckdosen und Lichtschalter dann überall wieder, hieß es auf Nachfrage vom Versorger Westfalen Weser Energie.

Dass so große Teile einer Stadt von einem Stromausfall betroffen sind, ist eher ungewöhnlich.

Woran es in diesem Fall lag, konnte beim Versorger noch keiner sagen (Stand 14.30. Uhr)

 

Samstag, 9. Januar 2021

Der Fast-Black-Out (BO) vom 8.1.2021 (14:05) in Frankreich

Ich zitiere: „ausgelöst wurde die Störung im Europäischen Netz durch Frankreich. Schon am 7.1 musste Frankreich (RTE, Le Réseau de Transport de l‘Électricité) wesentliche Teile der stromintensiven Industrie vom Netz nehmen. Die Alarmstufe ROT wurde für das gesamte Netz Frankreichs verfügt“.
Wichtig: folgende Gründe waren nach der Recherche von Michael ausschlaggebend: 1) die polare Kältewelle ist früher eingetreten als meteorologisch erwartet, mit für Frankreich tiefen Temperaturen, 2) bedingt durch Revisions-Verzögerungen durch das Corona-Management (s. eine Revision und BE-Wechsel ist extrem personalintensiv) sind derzeit 13 KKW (Kernkraftwerke) nicht am Netz, 3) trotz heftiger EDF-Warnungen hat die Macron-Regierung (s. deutscher Einfluss, Merkel/Grüne) die 2 Blöcke Fessenheim (beide voll funktionsfähig) abgeschaltet (d.h. es fehlen damit zusätzlich fast 2GW), 4) FOLGE: es musste deshalb ab Donnerstag massiv zu sehr hohen Preisen importiert werden, a) bei kontinentalen Hochdrucklagen gibt es keinen Wind (und zwar in ganz Europa), b) bei einer installierten Leistung von 57 GW-WE war die verfügbare Leistung kleiner als 1000 MW (bekanntlich gibt es auch im Jänner wenig Sonne / ignoriert durch die Politik), 5) so wurde am 8.1. seitens der RTE die französische Bevölkerung aufgerufen (!), elektrische Geräte + Heizungen abzuschalten + auch keine EA mehr aufzuladen / das wurde jedoch nicht durchgehend eingehalten, 6) deshalb blieb nur mehr die Möglichkeit, über flächendeckende Abschaltungen bzw. über Absenkung der Netzspannung um rd. 5% einzugreifen (s. seit 60 a gab es in F keine vergleichbare Situation), 7) die BRD konnte auch keine Hilfestellung anbieten, 😎 das war der Auslöser, eine Trennung der Europäischen Netze aus Sicherheitsgründen durch ENTSO vorzunehmen (s. begleitet mit gesamteuropäischen Problemen und kritischen Frequenzeinbrüchen von rd. 260 mHz), 9) es hat dann gut eine Stunde gedauert, die Frequenz wieder zu stabilisieren, 10) Süd-Deutschland, Bayern und Österreich konnten durch das stabilen Netz Tschechiens (!) gehalten werden (s. Temelin und Dukovany im Vollbetrieb).
Beachte: 1) es steht noch der 02/21 vor der Tür, mit bekanntlich noch tieferen Temperaturen, 2) Interessant: Polen hat zwischenzeitlich die BRD aufgefordert, die KKW unmittelbar wieder in Betrieb zu nehmen (bzw. zu lassen), da andernfalls die Stabilität der Strom-Versorgung in Europa massiv gefährdet würde.
 
Erinnerung: am 4.11.2006 mussten > zehn Mio. Haushalte in Westeuropa vom Stromnetz getrennt werden.

Freitag, 8. Januar 2021

Frankreich befürchtete Stromabschaltungen

 am Freitag, 8. Januar 2020, "wegen der Kälte (-4°C)"!

"Bitte vermeiden Sie Handyaufladungen von 07:00 bis 13:00 Uhr und von 18:30 bis 20:30 Uhr"

Entsprechend den Wettervorhersagen für Freitag, 8. Januar hatte der staatliche Stromnetzbetreiber RTE am Vortag gewarnt, der landesweite Stromverbrauch könne an die Belastungsgrenze kommen. Deshalb waren alle Franzosen aufgefordert, am Freitag noch etwas mehr Strom zu sparen als sonst. Und dafür wurden Tipps gegeben wie z.B. "Wenn jeder Haushalt 1 Glühbirne weniger anschalten würde, könnten landesweit 600MW eingespart werden." Oder in den Spitzenstunden bitte keine Handys aufzuladen! So könne jeder helfen, partiellen Stromabschaltungen vorzubeugen!

Hier die Pressemitteilung:
https://assets.rte-france.com/prod/public/2021-01/CP_RTE%20incite%20les%20Fran%C3%A7ais%20reduire%20leur%20consommation%20electricite.pdf
https://www.rte-france.com/

Hier ein Screenshot der Vorhersage-Website für Stromabschaltungen:




Hier ein Screenshot aus den Tipps zur Vermeidung von Stromverbrauch zu den kritischen Stunden:
Handys nicht aufladen!
https://www.monecowatt.fr/ecogestes/

Die Ausgangssperre und die viele Homeoffice-Arbeit wg. COVID-19 haben ohnehin zu erhöhtem Stromverbrauch im Privatbereich geführt. Die hohen Stromrechnungen werden viele Leute erschrecken.
https://www.francetvinfo.fr/economie/energie/confinement-la-flambee-des-factures-d-electricite-en-plein-hiver_4228701.html

In Frankreich ist das Risiko nicht neu, dass  regional und zeitweise der Strom abgeschaltet werden muß. Man kann sich durch eine App warnen lassen. Hier ein Screenshot, der für die App wirbt: